Schularchiv |
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Der Bereich Gründungsphase umfasst Dokumente aus den 1920er Jahren, die Einblicke in die Entstehungszeit der Schule
und die administrativen Rahmenbedingungen ihrer frühen Jahre geben. Zu den Unterlagen gehören Schriftstücke des Ministeriums
für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, etwa zur Wahl des Hauptbetriebsrates, zur Besoldung und zum Einsatz von Hausmeistern
sowie zur Verwaltung der Anstaltskasse. Ergänzt wird der Bestand durch Materialien zur Rheinlandbefreiung, ein Plakat für eine
Aufbauklasse von 1927 sowie Informationen zur Gründung der Schule und zum ersten Schultag. Die Dokumente veranschaulichen den
organisatorischen und gesellschaftlichen Kontext, in dem die Schule ihren Betrieb aufnahm.
In allen Chroniken ist zu lesen, dass Frau Middeler die erste Schulleiterin war. Unbestritten ist, dass sie am ersten Schultag 1925 die Leitung
übertragen bekam. Dies ist insofern verwunderlich als dass sie 1925 erst eine Studienassessorin war, also eine Beamtin auf Probe.
Ein Dokument aus dem Stadtarchiv Schmallenberg vom 27. März 1925 verrät, dass es wohl eigentlich anders geplant war: Hier wird als voraussichtlicher
Schulleiter ein Studiendirektor Nickel aus Arnsberg genannt. Frau Middeler schreibt 1929 in einem Aufsatz zur Schulgeschichte, dass er zuvor Direktor
des 1924 aufgelösten Lehrerinnenseminar Arnsberg war und sich um die vorbereitenden Arbeiten der Schulgründung gekümmert hat. Herr Nickel hat den
Transport von Möbeln und Lernmitteln aus dem ehemaligen Lehrerinnenseminar nach Fredeburg organisiert und die Aufnahmeprüfung für die erste Klasse der
neuen Schule geleitet. Ferner war er auch bei der Eröffnungsfeier am 23. April 1925 anwesend. Zu der Frage warum letztendlich nicht er, sondern
Frau Middeler die Leitung übertragen bekam, konnte noch kein Dokument gefunden werden.
(Zusammenfassung zweier Artikel von Werner Haeser aus den Jahren 1961 und 1962)
In der Bergstadt Fredeburg fand am 23. April 1925 eine schlichte Feierstunde statt. die für die Entwicklung des Bildungswesens im südlichen Teil der
Provinz Westfalen von besonderer Bedeutung sein sollte. Die Vertreterin des Provinzialschulkollegiums, Frau Oberschulrätin Pfennings, eröffnete an diesem
Tag eine Aufbauklasse mit 25 Schülerinnen und Schülern. Herr Stadtvorsteher Kleinsorge, einige Stadtverordnete, Herr Dechant Stieren aus Fredeburg,
Herr Studiendirektor Nückel aus Arnsberg und die Studienassessorinnen Dr. Mannel und Middeler waren Zeuge der Feierstunde. Am Morgen des 23. April 1925
tummelten sich zum ersten Mal 25 Schülerinnen und Schüler der staatlichen Aufbauklasse auf dem Schulhof der Volksschule in Fredeburg, wo die
Aufbauklasse zunächst im obersten Geschoss untergebracht war. Auch sie durften der Feierstunde beiwohnen, wobei es nicht gewiss ist, ob diese jungen
Menschen sich schon damals bewusst waren, den Grundstock für die nun schon über Jahre bestehende Schule zu bilden. Einige Jahre später nannten sie sich
selbst "Traditionsmütter". Die unterrichtliche und erzieherische Betreuung dieser Schülerinnen und Schüler wurde zwei jungen Lehrerinnen, den Studienassessorinnen
Dr. Mannel und Middeler, anvertraut. Letztere erhielt auch die Leitung.
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