Schularchiv

Direktorenwohnhaus

Die Häuser in der Obringhauser Straße 14 und in der Wormbacher Straße 3

Das Wohnhaus in der Obringhauser Straße 14 (ehemals 10) war früher Eigentum der jüdischen Familie Frankenthal. Erbaut wurde es 1927 von dem Viehhändler Max Frankenthal. Das Grundstück mit dem aufstehenden Gebäude wurde gegen Ende 1938/Anfang 1939 „arisiert“, was einer Enteignung gleichkam.

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Die Familie Frankenthal wurde in das Haus in der Weststraße 30 (heutiges Sparkassengelände) umgesiedelt, in das auch weitere jüdische Familien einquartiert wurden, sodass hier quasi ein Ghetto entstand. So wurde das Haus in der Obringhauser Straße 14 frei und als Wohnhaus für den Direktor der Aufbauschule favorisiert. Oberstudiendirektor Herwig bezog dieses Haus jedoch nie, da er zu Kriegsbeginn als Offizier zur Wehrmacht eingezogen wurde. Gegen Ende des Krieges diente er schließlich auf dem Balkan, wo er etwa im April 1945 von Partisanen erschossen wurde. Er nahm das Amt als Schulleiter nie wirklich aktiv wahr. Mit Wirkung vom 01. April 1943 wurde Studienrat Dr. Josef Müller vom Gymnasium Paulinum in Münster an die Staatliche Oberschule für Jungen in Aufbauform in Schmallenberg versetzt. Vermutlich kam Josef Müller diese Versetzung gelegen, denn so konnte er mit seiner fünfköpfigen Familie aus dem bombenbedrohten Münster in die relative Sicherheit des vom Krieg noch unberührten Schmallenberg ziehen. Dr. Werner Mausolf, der kommissarische Leiter der Aufbauschule, hatte ihm signalisiert, er könne mit seiner Familie und der Schwiegermutter in Schmallenberg wohnen. Dabei hatte er offenbar an das Haus der Familie Frankenthal gedacht. Zahlreiche Schwierigkeiten bei der Abwicklung dieses Vorhabens führten schließlich dazu, dass Dr. Müller dieses Haus nie bezog (aus Aktenlage nicht klar ersichtlich). Später, also nach dem 01. Oktober 1946, findet er sich als Mieter in der Bahnhofstraße 34 (ehemals 26) verzeichnet. Nach Kriegsende erhielten Ernst und Hans Frankenthal eine Wohnung in ihrem elterlichen Haus zur Nutzung. Die Rückübertragung des Hauses an die Familie Frankenthal wurde aber erst 1950 rechtswirsam. Von der alliierten Militärregierung wurde der kommissarische Leiter der Schule, Dr. Mausolf, entlassen. Ihm folgte für wenige Wochen Frau StR´ Dr. Hermine Hilberg im Amt nach, bevor Dr. Josef Müller dieses Amt bis Oktober 1946 kommissarisch bekleidete. Er wurde von Alfons Schauerte aus Dorsten abgelöst, blieb aber bis zu seiner Pensionierung 1954 Mitglied des Lehrerkollegiums. Die Stadt Schmallenberg war gemäß dem Schulvertrag von 1937 verpflichtet, dem Leiter der Aufbauschule geeigneten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Deshalb wurde 1952 die Planung eines Hauses in der Wormbacher Straße 3, das sowohl die Familie des Schulleiters der Aufbauschule als auch zwei weitere Lehrerfamilien beherbergen sollte, in Angriff genommen. Da es dem Leiter der Aufbauschule jedoch missfiel, seinen Wohnsitz mit gemeinen Lehrerfamilien zu teilen, wurde ca. 1953 die Planung für dieses Haus umkonzipiert. (Er konnte sich nicht vorstellen, dass er den Sauerkrautgeruch der Mitbewohner zu dulden habe.) Entsprechend der Neuplanung entstand ein Einfamilienhaus, das architektonisch dem Stil der benachbarten Valentin-Schule angepasst war. Im Obergeschoss befinden sich mehrere großzügige Räume für die Kinder der Familie; ein Zimmer (das kleinste) sollte einem Hausmädchen als Unterkunft dienen. In dieses Haus zog später (ca. 1991) der Schulleiter des Gymnasiums Schmallenberg, Herr Norbert Otto, mit seiner Familie ein; er erwarb es im Jahr 2007 zeitgleich mit seinem Eintritt in den Ruhestand von der Stadt Schmallenberg und bewohnt es bis heute.

alternative Erklärung

Das Direktorenhaus in der Wormbacher Straße 3, Wohnhaus von Herrn OStD a.D. Otto 09.07.2025, im Hintergrund links die Valentinschule (Foto: Lilian Schmidt, Q1) (Quellen: persönliches Gespräch mit Herrn OStD a.D. Norbert Otto am 09.07.2025; Schmallenberger Almanach 2017, S. 104-110)

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