Schularchiv
|
|
Musikbildungszentrum Bad Fredeburg
Im Zuge der Verhandlungen um die Gründung der Mädchen-Aufbauschule verpflichtete sich die Stadt Fredeburg dazu, ein entsprechendes Schulgebäude zu errichten.
Im Vertrag heißt es: "Die Stadtgemeinde verpflichtet sich, für die im Paragraphen 1 bezeichnete Staatliche Deutsche Oberschule die den normalen Bedürfnissen einer 6
klassigen höheren Lehranstalt entsprechenden Anstaltsgebäude nach einem von dem Provinzialschulkollegium zu bestimmenden Raumprogramm zu errichten und das Grundstück nebst
Anstaltsgebäuden dem Staate kosten- und lastenfrei zu übereignen." Aus Protokollen der damaligen Zeit ist zu entnehmen, dass die Stadt im Vorfeld auf
die erheblichen Kosten hingewiesen wurde. Diese entgegnete jedoch, die Kosten dank des Stadtwaldes leicht schultern zu können.
Der Bau begann 1927 mit den Erd- und Fundamentarbeiten. Der Rohbau entstand 1928. Das ausführende Bauunternehmen war die heute noch existierende Firma Hepelmann aus Fredeburg.
Der gesamte Bau war 1925 mit 300.000,- RM kalkuliert worden (heute ca. 1,4 Mio €). Das Bild zeigt das Gebäude während des Baus (aus dem Archiv von Georg Schulte).
Am Ende schlug der Bau mit 545.000 RM zu buche (heute ca. 2,3 Mio €) und führte zu einer erheblichen Verschuldung der Stadt Fredeburg,
da der Holzpreis gesunken war und die Schieferindustrie nicht mehr so florierte.
Eröffnet wurde das repräsentative Gebäude am 23. und 24. September 1929 unter Anwesenheit des Oberpräsidenten der preussischen Provinz Westfalen.
Im Zuge der feierlichen Einweihung spielten die Schülerinnen das Stück "Die Magd Gottes", ein Spiel von der heiligen Elisabeth, das vom Geist der Schule zeugte.
Leider war die Aufbauschule nur 6 Jahre in dem Gebäude: Bereits 1935 entschied sich die Stadt Fredeburg das Gebäude an die SA zu vermieten,
um ihre Schuldensituation in den Griff zu bekommen. Die Aufbauschule zog u.a. in das Schülerinnenheim und die Volksschule, bevor sie 1937 nach Schmallenberg übersiedelte.
Aus dem Schulgebäude wurde eine SA-Gruppenführerschule. Die SA kaufte das Gebäude schließlich 1939. Nach dem Krieg richteten die Briten
dort zunächst eine Polizeischule ein und 1947 ging es in den Besitz des Kultusministeriums über. 1952 kaufte es der Deutsche Bauernverband
und betrieben dort die Deutsche Landjugendakademie (später Andreas-Hermes-Akademie). 2003 wurde es von der Stadt Schmallenberg übernommen und zunächst als Akademie Bad Fredeburg geführt.
2015 konnte nach einem umfangreichen Umbau das Musikbildungszentrum Südwestfalen eingeweiht werden. Außerdem befindet sich die Geschäftsstelle des Sauerland-Tourismus e.V. in dem Gebäude
(Die Informationen für diesen Text stammen u.a. aus einem Text des Stadtarchivars Tjark Keske zur SA-Gruppenführerschule in Fredeburg.)
Kaufvertrag zwischen der SA und der Stadt Fredeburg